Offener Brief an Dr. Axel Lehmann

22.09.2020

 Offener Brief von Jens Gnisa an Dr. Axel Lehmann zur Stichwahl um den lippischen Landrat am 27. September:

Sehr geehrter Herr Dr. Lehmann,

zu meinem großen Bedauern haben Sie unser gegenseitiges Interview bei der Lippischen Landes-Zeitung am 17.09. mit Hinweis auf Terminschwierigkeiten abgesagt. Auf Nachfrage der Lippischen Landes-Zeitung haben Sie dieser mitgeteilt, keinen Termin für ein Gespräch zur Verfügung zu haben. Am 18.09. haben Sie mir dann aber auf persönliche Nachfrage mitgeteilt: "Es gibt kein Streitgespräch mehr zwischen uns. Wir haben uns genug ausgetauscht. Ein Streitgespräch hat keinen neuen Informationsgehalt mehr."

Die Einstellung finde ich zutiefst undemokratisch. Die Stichwahl wurde wieder eingeführt, um die Demokratie zu stärken und um in einem zweiten Wahlgang den Wählerinnen und Wählern eine Auswahl zwischen den beiden Kandidatinnen und Kandidaten mit dem besten Wahlergebnis zu ermöglichen. Eine Diskussion zwischen uns in der Stichwahl ist etwas völlig anderes, als die Diskussionen der bisherigen Formate. Denn hier standen noch drei weitere Kandidatinnen und Kandidaten zur Auswahl. Das von der LZ vorgeschlagene Format würde deshalb jetzt vielen noch einmal bei ihrer Wahlentscheidung helfen. Mit Ihrer Entscheidung, für ein solches Gespräche nicht zur Verfügung zu stehen, stellen Sie sich auch in Widerspruch zum Geist der Entscheidung zur Einführung der Stichwahl vom 20.12.2019. Die Stärkung unserer Demokratie sollte höheres Gewicht haben als die offensichtlich wahltaktischen Motive, die in Wirklichkeit hinter Ihrer Entscheidung stehen dürften.

Ich bitte Sie deshalb dringend, Ihre Entscheidung nochmals zu überdenken und mitzuteilen, ob Sie für ein Streitgespräch doch zur Verfügung stehen.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Gnisa